Südtirol Blog

Weil es hier so schön ist

Terenten-PfarrkircheAuf die Eidechsspitze war eine anspruchsvolle Wanderung, zu der mich meine Wanderfreunde überredet haben. Ich sollte mich danach wirklich wie die Wanderkönigin fühlen!

Eines dieser Wochentage rief mich eine Freundin an, die in einer Gruppe Freunde sehr viel wandert und demnach auch super firm dadrin ist. Ob ich nicht mit auf die Eidechsspitze kommen wollte. Sie wollten morgens früh los nach Terenten, von wo aus man los marschieren würde. Ich dachte mir nichts dabei und sagte zu. Als es aber hieß, dass ich gute Wanderschuhe brauche, einen Wanderstock am besten und natürlich auch einen Rucksack mit etwas Proviant etc., da wurde ich etwas stutzig. Was würde auf mich zu kommen?

Am besagten Morgen hat mich meine Freundin sehr, sehr früh abgeholt und wir sind nach Terenten gefahren. Gut eineinhalb Stunden später trafen wir auf dem Parkplatz im Winnebachtal ganz in der Nähe des Ortes ein. Wir begrüßten uns und unser ‚Wanderguru‘ erklärte kurz, wie die Strecke sei. Ich war schon sehr gespannt und befürchtete, dass es ein anspruchsvoller Tag werden würde. Und genau so war es dann auch.
Unser erstes Ziel ist die Astnerberg Alm. Hierfür gehen wir zunächst über den Bach und auf der linken Seite nach oben zur Alm. Hier geht es dann immer noch linksseitig bis zur Talstation einer Materialseilbahn – wie uns unser Wanderfreund, der diesen Weg gut kennt, erklärt.
Hier nehmen wir an der Gabelung den Weg Nr. 23 Richtung Tiefrastenhütte. Durch einen wunderschönen Lärchenwald gelangt man dann zu den Weidegründen einer weiteren Alm. Hier geht es wieder links vorbei an einem sehr schönem Wasserfall, der sich tosend in die Tiefen stürzt. Wir stürzen aber nicht, sondern kraxeln entgegengesetzt nach oben. Weiter oben gehen wir dann unter der Kempspitze gen Westen durch den Talkessel. Immer noch haben wir die Hütte nicht erreicht. Wir umgehen ein kleines Tal und kommen dann endlich zur Tiefrastenhütte. Hier machen wir eine recht kurze Pause, wir trinken etwas und ein Snack aus der Hand findet auch noch seine Zeit. Der Blick auf den kleinen See genieße ich ganz besonders. Dann geht’s schon weiter. Noch gut eineinhalb Stunden.
Wir kommen auf dem Weg zur Eidechsspitze an einem weiteren See vorbei, dem Kompfosssee. Wunderschön, wie sich der blaue Himmel in ihm spiegelt! Hier halten wir uns rechts auf dem Weg 22, gehen über einen bequemen Bergrücken und dann über ein Geröllfeld. Der Mond sieht wahrscheinlich so aus. Hier treffen wir dann auch auf Seilsicherungen, die einem beim Aufstieg Sicherheit geben. Das Gipfelkreuz erreichen wir dann über Stufen und Serpentinen. Auf 2.738 m über dem Meeresspiegel hebe ich beide Arme und fühle mich vollkommen ausgepowert, aber frei wie ein Adler. Ich habe es geschafft. Und kann es kaum fassen. Meine schwerste Wanderung überhaupt. Eine Herausforderung für mich. Ich bin begeistert! Und die Sicht ist atemberaubend: auf Terenten, das Pfunderertal und die ganze Welt! Und ja, ich fühle mich wie eine Wanderkönigin!
Wir verweilen hier ein wenig und machen uns dann auf den Rückweg. Dieses Mal halten wir an beiden Hütten, wir stärken uns in der einen, in der anderen machen wir nur eine Pause. Auch der Rückweg bergab ist nicht ohne und ich weiß: heute Abend ist ein Bad angesagt, damit die Muskeln entspannen.

Als wir wieder am Parkplatz unten in Terenten ankommen, als ich mit meiner Freundin wieder im Auto sitze und wir Richtung nach Hause fahren, bin ich so beeindruckt und müde, so zufrieden und gleichzeitig begeistert, dass ich fast schweigend neben ihr sitze. Erst kurz vor Ankunft kann ich mich ihr öffnen und meine Emotionen zum Ausdruck bringen. Wahnsinn!
Terento Valle del Rio Vena
Fotos:
By M-Car (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
By Brunner Christoph, Gemeinde Terenten (Self-photographed) [Public domain], via Wikimedia Commons

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