Südtirol Blog

Weil es hier so schön ist

Es ist Vormittags und ich habe eigentlich zu nichts so wirklich Lust. Es ist warm und ich kann mich nicht richtig konzentrieren. Was tun? Am besten eine Runde wandern und baden. Wo? Ich habe mich entschlossen, einmal an den Fennberger See zu fahren.

Es ist schon eine Weile her, dass ich bei einem abendlichen Treffen mit Freunden von dem Fennberger See gehört habe. Ein bekanntes Ehepaar schwärmte von dem kleinen See, natürlich und eigentlich ein Biotop. Er habe aber einen Badesteg und eine Liegewiese. Das machte mich neugierig und da ich bei so heißem Wetter eh tagsüber sehr langsam bin, warum ihn nicht entdecken fahren?
Er liegt auf halbem Weg zwischen Meran und Trento, also südlich von Bozen. Ich brauche gut eine Fahrtstunde bis ich ihn erreiche. Dabei fahre ich über die SS238 und biege bei Fondo in Richtung Kaltern. Ich passiere San Josef am See – und beschließe, dass es mein nächstes Ziel sein wird – und fahre durch Tramin an der Weinstraße Richtung Kurtatsch und den Fennberger See. Ich denke auch gar nicht erst groß darüber nach, wo ich parken will, sondern fahre direkt zum Restaurant an der Kirche und stelle mein Vehikel dort ab.
Da Mittagszeit ist mache ich es mir auch zunächst einmal hier gemütlich und esse eine Kleinigkeit. Danach frage ich, wie ich an den Badesteg komme und folge dem Weg links um den See.
Das kleine Biotop liegt auf etwas mehr als 1.000 m Höhe am südlichsten Ende Südtirols auf dem Plateauberg Fennberg. Das Gebiet gehörte einst einem Feldmarschalleutnant, Franz Philipp Fenner von Fennberg, der hier im Sommer zu verweilen beliebte.
Die kleine Kirche von Unterfennberg ist dem Heiligen Leonhard gewidmet und hat eine Besonderheit. Sie hat eine eiserne Kette um sich, die alle 7 Jahre ein neues Glied bekommt. Schließt sich die Kette eines Tages, geht die Welt unter. Naja, sie ist ja schon ganz oft untergegangen…
Rein theoretisch könnte ich mir das Geburtshaus des Feldmarschalls ansehen. Ich lasse es jedoch lieber und verweile weiterhin am See und gehe mich ab und zu abkühlen. Es sind recht viele Menschen hier, und ich wundere mich, woher die von dem See wissen. Ich komme mit einem Reisenden kurz ins Gespräch, der mir erzählt, er habe den Tipp von seiner Gastwirtin vor Jahren erhalten. Seit dem muss er jedes Jahr mindestens einmal hier her kommen. Sachen gibt’s!

Ich verweile eine recht lange Zeit am See, bevor ich wieder in mein Auto steige und in Richtung Margreid an der Weinstraße fahre. Hier halte ich noch einmal an, spaziere durch das kleine idyllische Örtchen und esse ein Eis. Danach geht es endlich wieder über Kurtatsch und Tramin nach Meran zurück.
Der Tag war wunderbar, ich habe herrlich gegessen, in einem Naturteich gebadet und fühle mich richtig erfrischt. Ausserdem hatte ich mir ein paar Sachen zum Arbeit mitgebracht, die ich auch alle durchgearbeitet habe. Vielleicht komme ich jetzt auch einmal im Jahr hierher… es lohnt sich!

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