Südtirol Blog

Weil es hier so schön ist

Kalterer See Blick auf Westufer.JPGSeptember, der Monat der Weinlese, der Kastanien, des goldenen Lichtes und der roten Blätter. Auch die Zeit, wo eine ‚Weinwanderung‘ am besten ist. Und dafür habe ich dieses Mal den Kalterer Weinweg gewählt.

Neulich habe ich Maria angerufen und gefragt, ob sie Lust hätte, mit mir eine Wanderung in Kaltern zu machen. Natürlich ist sie dabei und so habe ich sie an einem schönen, sonnigen Vormittag abgeholt und wir sind zusammen nach Kaltern gefahren.
Kaltern liegt an der Weinstraße und nur wenige Kilometer südlich von Bozen. Nicht gerade um die Ecke von uns aus gesehen, aber über die Autobahn schafft man es in etwas mehr als einer Stunde. Interessant sind hier das Weinmuseum, ein paar Kirchen und die Galerie Gefängnis. Letztere zeigt zeitgenössische Kunst unterschiedlicher Künstler im Wechsel. Das ehemalige Schloss Rottenburg war nur sehr wenige Jahre im 18. Jahrhundert ein Gefängnis, hat aber den Namen beibehalten. Ich habe es als anschließende Möglichkeit nach der Wanderung gedacht. Falls wir nicht zu müde sind…
Und genau hier ist auch unser Startpunkt, am Rottenburgerplatz, wo wir unser Auto stehen lassen. Hier nehmen wir die Mendelstraße und kurz danach den Maria von Mörlweg. Dem folgen wir eine Weile und nehmen dann ein Stückchen der Europastraße, um auf den Barleiterweg rechter Hand abzubiegen. Er hat die Wegnummer 12.

Dem folgen wir erst einmal in Richtung Kalterer See und bis zum Barleiterhof. Hier drehen wir auf den Weg 12a, auf dem wir dann langsam zum Ortsteil St. Josef am See gelangen.
Um zum See zu gelangen, gehen wir über den Bach, zur Weinstraße herunter, ein Stückchen der Straße entlang und an einer Bushaltestelle (leicht zu merken) rechts zum See.
Der Kalterer See ist wirklich ein Juwel unter den Bergseen. Er ist keine ganze zwei Kilometer lang, an seiner breitesten Stelle etwas weniger als einen breit und und an seiner tiefsten Stelle könnte ein Gigant wahrscheinlich noch stehen: 5 ein halb Meter tief. Eher eine riesige Pfütze, aber dadurch auch einer der wärmsten Seen unserer Region. Er kann ganze 28°C werden bei schönem Sommerwetter. Es gibt eine sehr schöne Sage über die Entstehung des Sees. Christus war auf Wanderschaft mit seinem Jüngern und machte hier Halt. Das Dorf war bekannt für seine geizigen Bewohner und so bat er um Einkehr in dem einzigen Haus, wo ein alter, sehr armer Mann lebte, der als gut bekannt war. Dieser Hatte jedoch nur Wasser zum anbieten, was er gerne mit Christus und seinen Jüngern teilte. Petrus ging daraufhin in den Ort und bat von Haus zu Haus um etwas Brot. Doch niemand wollte ihm etwas geben. Christus war darüber verärgert, setzte das Dorf unter Wasser und gab so dem guten, alten Mann die Möglichkeit zu fischen.
Und während wir um den See wandern, erzähle ich diese Geschichte meiner Freundin Maria, die darüber lacht und meinte, man sollte ein Kinderbuch über diese schönen Legenden und Sagen Südtirols schreiben und illustrieren. Ich stimme ihr zu.
Wir wandern ganz herum um den See, dessen Seerundweg die Bezeichnung 3 trägt. Wir kommen an einem Restaurant vorbei und gehen durch zahlreiche Weinreben. Auf diese Weise gelangen wir auch zum Ausgangspunkt wieder zurück.

Der Weg ist um die 16 Kilometer lang und wir brauchen gut 5 Stunden, ohne dabei stramm gegangen zu sein. Der Höhenunterschied ist fast nicht erwähnenswert mit 250 Metern. Wir haben die Wanderung genossen und verschieben den Besuch in der Galerie Gefängnis auf einen anderen Tag.

Fotos:Von BenreisEigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=45865308

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  • Martin

    27. November 2016 at 10:34 |

    Schöner Artikel! Der Kalterer See ist wirklich ein tollles Ausflugziel!

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