Südtirol Blog

Weil es hier so schön ist

448px-Sulden-bachWas für ein Wetter – da kann man sich ja nur etwas indoor aussuchen, um nicht zuhause zu bleiben. Und ich habe mir dieses Mal ein Museum ausgesucht: das Messner Mountain Museum Ortles in Sulden. Da wollte ich schon längst mal hin. Meine Erwartung war hoch und sie wurde auch nicht enttäuscht. Es war überwältigend und absolut überzeugend. Die Berge sind mir gleich noch mehr ans Herz gerückt.

Das Museum liegt gleich hinter dem Gasthof ‚Yak&Yeti‘, was auch dem berühmten Bergsteiger Reinhold Messner gehört. Das Museum ist vor 10 Jahren eröffnet worden und auf gut 300 qm geht es rund um den Ortler und ums Eis.. brrr!
Es ist eines von insgesamt fünf Museen der MMM Firmian – alle von Reinhold Messner gegründet und seine Liebe zu den Bergen bezeugend.
Auch wenn der Ortler im Mittelpunkt steht, dreht es sich dabei mehr ums Eis. Ich entdecke bildende Kunst und historische Erinnerungsstücke von beiden Polen, es geht um Schneelöwen und Schneemenschen, um eiskalte Gebirge und den so genannten dritten Pol. Eisgeräte aus zwei Jahrhunderten ziehen mich in den Bann und die Bilder des Ortler faszinieren mich nicht minder. Ich habe das Gefühl, in den Berg einzutauchen, durch Eisformationen zu wandern, friere bei der einen und anderen Ansicht und denke immer wieder: heute Abend sitze ich am Kamin.
Thema sind auch Skilaufen, Polexpeditionen und Eisklettern. Ersteres und letzteres viel praktiziert hier in den hohen Bergen während der Winterwelt. Beides sind auch sportliche Disziplinen. Ich kann gut die Angst und Faszination des Eises nachvollziehen, die Helligkeit, die eine innere Dunkelheit hervorrufen kann. Zum ersten Mal wird mir bewusst, was diese Menschen im Eis auf sich nehmen und was sie so magisch anzieht, in eisiger Kälte oft Wochen lang zu laufen.
Übrigens: als ‚dritter‘ Pol wird der Mount Everest bezeichnet. Zusammen werden diese drei Punkte als Endpunkte der Welt angesehen, nach Norden, nach Süden und nach oben. Drei unwirtliche Orte, die die Menschen wieder und wieder reizen, sie zu besiegen. Ich frage mich fortwährend, während ich durch die Räume spaziere, was wohl sein wird, wenn es diese drei Schnee bedeckten, stürmischen Orte nicht mehr gibt? Und auch, wieso es eigentlich eine Landkarte vom Südpol gibt, gezeichnet als er eisfrei war?
Die Bilder faszinieren mich im besonderen, denn das Eis wird oftmals so gut dargestellt, dass man meinen möchte, man berührt das Bild und der Finger erfriert.

Als kurze praktische Info: Ich habe 6 € Eintritt bezahlt und bin am Nachmittag dort gewesen. Die Öffnungszeiten sind von 14 – 18 Uhr, im Juli und August jeweils eine Stunde mehr nach vorne und hinten, Dienstags geschlossen. Gruppen ab 15 Personen bezahlen einen Euro weniger, Kinder bis 14 Jahren 3 € und die Familienkarte kostet 14 €.

Es hat sich wirklich gelohnt, es war eine tolle Erfahrung!800px-Sulden-village-winter

Ein Wanderspaziergang zur ältesten Weinrebe Südtirols arrow-right
Next post

arrow-left Der Müdigkeit entgleiten - Im Januar auf Meran 2000 durch den Schnee
Previous post

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.