Südtirol Blog

Weil es hier so schön ist

Eine kleine Herbstwanderung entlang der Waale, um die Herbststimmung einzufangen – das sollte mich zum Ilswaal und zum Zaalwaal bringen.

Als ich mich entschloss, an diesem Wochenende einmal alleine wandern zu gehen, beschloss ich auch, das Auto zuhause stehen zu lassen. Stattdessen habe ich die Vinschger Bahn genommen und bin bis nach Schlanders gefahren. Die Fahrt alleine habe ich schon genossen, denn die herrliche Landschaft kann man auch im Vorbeifahren genießen.

Da viel Zeit war und die Sonne wunderschön schien, habe ich zunächst eine kleine Runde im Ortskern gedreht. Und einen richtig guten Cappuccino genossen.

Dann bin ich in Richtung Sonnenpromenade gegangen. Hier geht es in Richtung Schlandrauntal – interessanter Name und fast schon ein Zungenbrecher. Entlang der Promenade verläuft bereits so ein Wasserversorgungsgraben, in Südtirol als Waal bezeichnet. Diese werden seit Jahrhunderten gepflegt und gehegt, da sie die Wasserzufuhr zu Obstplantagen, Weinbergen etc. sind. Überall dort, wo eben sonst kein Wasser hinkommt und es im Sommer leicht austrocknen kann. Somit wird der Boden fruchtbarer gemacht und man kann anbauen. Eine Art, sich hier in den Bergen mit dem Nötigen zu versorgen.

Auf dem Weg zurück ins Dorf pflücke ich einen Apfel vom Baum und genieße die gesunde Frische. Auf dem Rückweg werde ich mir frische Äpfel mitnehmen, nehme ich mir vor.

Dem Wegweiser folgend stieg ich nun recht anstrengend nach oben zum Ilswaal. In dem Waldgebiet genieße ich die frische Luft, erfreue mich an der Farbenpracht des Herbstes und sammle Kastanien. Mein Blick fiel auf die St. Ägidius-Kirche und kurz überlegte ich, ob ich zu ihr hochsteigen soll. Ich verwerfe es.

In Kortsch steht ein Wegweiser, der zum Zaalwaal weist. Ich folge ihm, nicht ohne hin und wieder einmal Pausen einzulegen. Ich wollte ja gemütlich alleine mit mir verbringen und nicht irgendwohin hetzen. Der Weg ging eh steil nach oben und ich komme fast ins Schwitzen. Ich meine mich zu erinnern, der Waal liegt auf 1.000 m ü. d. M. Das muss man auch erst einmal erklimmen. Ok, ich musste keine 1.000 Meter hinauf, war ja schon sehr hoch. Jedenfalls lohnte es sich in jeder Hinsicht, denn ich hatte teils wunderbare Ausblicke auf das Tal. Bei den alten Mühlen mache ich dann erst einmal eine ausgiebige Pause und lausche der Natur. Oh ja, ich brauchte diese Wanderung so alleine…

Zurück gehe ich bis Kortsch und folge dann dem Weg Nr. 15 bis nach Schlanders. Hier gönne ich mir noch einen leckeren Cappuccino und erinnere mich, dass ich Äpfel kaufen wollte. Das tue ich auch und fahre dann mit der Bahn wieder zurück nach Meran.

Übrigens: das Bewässerungssystem, die Waale, im Vinschgau und besonders auf dem Sonnenberg, ist eines der ausgedehntesten Bewässerungssysteme in den Alpen. Die Benennung scheint aus dem lateinischen zu kommen, von aqualis. Der Waalweg dient/e dazu, diese Bewässerungsanlagen zu warten. Und heute auch als Spazier- bzw. Wanderwege. Im Vinschgau gibt es unzählige davon.

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  • Sarah Frieser

    10. Oktober 2014 at 09:28 |

    Hallo Mia,
    toller Bericht, wie ich finde 🙂 Klingt nach einem tollen Tag, ganz im Einklang mit der Natur! Hast du ein paar Bilder gemacht? Die schönen Ausblicken interessieren mich sehr.
    Liebe Grüße aus Sexten

  • Mia

    21. Oktober 2014 at 10:12 |

    Hallo Sarah,

    Danke für deinen Kommentar.
    Leider hat die Kamera gestreikt 🙁

    Liebe Grüße

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