Südtirol Blog

Weil es hier so schön ist

Wieder einmal hatte ich Freunde aus der ferne zu Besuch und sie wollten aus verschiedenen Gründen sich Brixen ansehen.

Brixen ist eine alte, historische Stadt mit einem schönen Innenkern. Im Eisacktal gelegen, ist sie heute die drittgrößte Stadt Südtirols. Sie war schon vor Urzeiten Siedlungsort, wurde aber erstmals um 900 n. Chr. urkundlich erfasst. Die Stadt war Sitz verschiedener Fürstbischöfe bzw. Reichsfürsten. Und auch heute hat sie noch viel zu bieten.

Meine Freunde interessierte hauptsächlich der geschichtliche Teil. Und da wir an einem Dienstag dort waren und im Tourismusbüro ein paar Infoblätter holen wollten, haben wir gleich eine sehr interessante Entdeckungstour gebucht. Es sollte um Halunken, Henker und Hexen gehen. Wen interessiert sowas nicht?

Um unsere Tour nach Brixen ein wenig zu beleben, sind wir mit einem Guide auf den Spuren des ‚verruchten‘ Volkes gewesen. Dunkle Mythen wurden uns erzählt, von so manchem Schurken und sogar ein paar Morde wurden hier verübt. Und alles sehr anschaulich, uns wirklich teilweise schon zu lebendig, nahegelegt. Es wurde uns versprochen, dass wir an jeder Gassenecke erst einmal vorsichtig um die Ecke gucken, bevor wir unserem Erzähler folgen. Und genau so war es. Ganze eineinhalb Stunden sind wir in kleiner Gruppe mit zwei Kindern, die dem Ganzen gleich noch mehr Spannung aufdrückten, durch die engen, dichten Gassen geschlendert. Hier und da kam die eine und andere skurrile Schauergeschichte zum Vorschein. Ganz besonders spannend machte es auch, weil die Runde erst um 21 Uhr los geht. Also ist es dunkel, leicht nebelig und sehr leise, wenn kein Verkehr mehr ist.

Jeden Dienstag geht es auf die Pirsch nach den Untätern, nach Verleumdung und Verrat. So mancher war unschuldig, und so mancher andere war ein gemeiner Halunke und nicht immer sah man die Wahrheit. In den Gassen zu später Stunde sind uns die Geister längst gegangener Persönlichkeiten erscheinen, um uns in ihre Welt zu ziehen. Später, als wir dann in einem sehr realen, modernen Restaurant saßen, waren wir froh, dass es nur alte Geschichten waren.

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  • Moni

    7. April 2017 at 09:20 |

    Danke für den tollen Artikel! Ich merke gerade, ich habe etwas verpasst. Letztes Jahr war ich ebenfalls im Eisacktal, genauer gesagt in einem Hotel in Natz/Schabs. Leider haben wir uns Brixen nicht angeschaut, aber das nehme ich dann mal als Grund, noch einmal herzukommen!

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