Südtirol Blog

Weil es hier so schön ist

Hocheppan_BurghofDieses Mal ging es nicht nur durch Wald und über Wiesen, sondern gleich auch auf ein paar Burgen: von Kreuzstein bis Pedonig und zurück.

Irgendwie hatte ich einen Durchhänger letztes Wochenende und musste raus. Ich rief Maria an und fragte, ob sie Lust hätte, sich mit einer schweigenden Freundin auf in die Natur zu machen. Sie war sofort einverstanden und so holte sie mich dieses Mal ab und wir fuhren raus nach Eppan an der Weinstraße. Knapp eine halbe Stunde entfernt von Meran parkten wir unser Auto an der Gaststätte Kreuzstein in Eppan Berg.

Wir machten uns auf den Wanderweg Nr. 8 (Maria hatte es sich aufgeschrieben, wie wir gehen mussten). Wir gingen langsam und schweigend, ich mochte nicht reden. Aber dafür um so mehr der Natur lauschen. Vielleicht hätte ich doch lieber alleine gehen sollen? Doch Maria fing bald an zu erzählen, vom Erdbeerkuchen, den sie gebacken hatte, von Alex, ihrem Sohn, und der Schule, von belanglosem. Ich taute langsam auf und als wir auf dem Weg 8a zu einem umzäunten Bewässerungsteich kamen, war meine Laune bereits schon viel besser und ich ließ mich auf ein Gespräch mit ihr ein.

Wir philosophierten ein wenig über die Garten-Teichpflege und gingen dann weiter, bis wir oberhalb des Hofes Pramol die Fortsetzung des Weges fanden.

Einen definitiven Stopp machten wir an der Burgruine Boymont. Der Blick hier oben auf das Tal und Bozen ist beeindruckend. Die Burgruine liegt oberhalb von Missian. Ungewöhnlich ist die Architektur der Burg und auch, dass sie hauptsächlich als Wohnsitz diente. Erbaut wurde sie im 13. Jahrhundert von den Grafen von Eppan. Diese gaben die Anlage an eine Familie Boymont, daher der Name. Sie wechselte in den Jahrhunderte noch mehrmals ihre Besitzer, brannte zwei Jahrhunderte später allerdings ab und wurde nie wieder genutzt. Doch heute hat sie wieder einen Besitzer und der restaurierte ein wenig und so gibt es hier jetzt eine Raststätte. In der wir allerdings nichts zu uns nehmen. Aber dafür die Anlage genauer ansehen.

Wir verlassen die bewirtschaftete Ruine und gehen bis zum Burgenweg Nr. 14 und folgen diesem nach links bis wir zum Schloss Hocheppan gelangen. Eine wahrlich mächtige Burganlage! Graf Ulrich von Eppan ließ diese Wehrburg im 12. Jahrhundert erbauen. Sie wurde auch sehr lange genutzt, wie zahlreiche spätgotische und romanische Umbauten zeigen. Wir erfahren, dass die Burg eigentlich geschlossen werden sollte, es aber für dieses Jahr noch ‚geschafft‘ hat. Wäre auch sehr schade gewesen, denn sie ist ein Juwel, wie wir sehr schnell feststellen.

Ich bin inzwischen bester Laune und schon ganz tief in Geschichte und Natur wieder eingetaucht. Wir verbringen etwas länger hier auf der Burg und machen uns dann auf den Weg Nr. 12 Richtung Pedonig.

Beim Gasthof Wieser schwenken wir links auf den Weg Nr. 8 und folgen hier immer abwärts bis zum Gasthof Kreuzstein. Hier bleiben wir dann aber noch einmal auf einem Cappuccino, denn wir sind richtig ‚geschafft‘ nach der ausgiebigen und gar nicht so lang geplanten, Wanderung.

Eigentlich waren es nicht ganz 10 km, aber wir sind doch mehr als 4 Stunden unterwegs gewesen. Bedingt durch unsere Burgaufenthalte, die wir ausgedehnt hatten. Wir philosophieren noch ein wenig über die zahlreichen Burgen und Burgherren in dieser Gegend und das es bestimmt toll war, wenn man in so einer Burg gewohnt hat. Wie eine Penthouse-Wohnung heute.. mit zahlreichen Bediensteten. Naja, ein wenig phantasieren kann man doch noch, oder?

800px-Hocheppan,_Burgkapelle_01

Boymont_2

Boymont_3

450px-Boymont_1
Fotos:
By Corradox (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
By Geisler Martin (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
By Buchhändler (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

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