Südtirol Blog

Weil es hier so schön ist

Der Egetmann-Umzug

Ich bin vor 2 Jahren dort gewesen, eher durch Zufall, dieses Jahr lasse ich es mir nicht entgehen: den Egetmann-Umzug in Tramin.

Zur Fasnacht findet in dem kleinen beschaulichen Ort Tramin an der Weinstraße der wohl merkwürdigste, verrückteste und lustigste Fasnachtsumzug überhaupt statt. Aber was ist die Fasnacht eigentlich und warum wird da soviel Tamtam gemacht? Es handelt sich hier um das Willkommen der Wachstumsphase der Natur und wird weltweit in allen Kulturkreisen zelebriert.

Im Tiroler Raum wird sie noch am ursprünglichsten gefeiert. Allerdings ist der Brauch, nur in dieser Nacht zu heiraten, weitgehend versiegt. Er ist auch keinesfalls mit dem zum Beispiel in Deutschland zu vergleichen. Der in Tramin ist meines Erachtens allerdings der merkwürdigste unter allen. Und das besondere an ihm ist, dass ein ganzes Dorf ’närrisch‘ wird. Übrigens: bei uns beginnt die Fasnachtszeit am 7. Januar, also nach dem Dreikönigsfest.

Zunächst einmal sei gesagt, dass es 5 € kostet, um mit dabei zu sein. Nicht mitmachen, sondern als Zuschauer, der allerdings mit einbezogen wird. Der Umzug mit den unterschiedlichsten Figuren geht durch die Straßen, Gassen und über Plätze des Ortes und keiner kommt an ihm vorbei.

Die Hauptfigur ist der Egetmann Hansl, der im Begriff ist, zu heiraten. Am verrücktesten finde ich das sogenannte Schnappvieh. Bis zu 3 Meter hoch sind diese Gestalten, haben einen krokodilartigen Kopf und ein Maul, dass klappert und nach einem ’schnappt‘. Man sollte aufpassen, nicht ‚gefressen‘ zu werden, denn sie laufen auch in die Zuschauermenge.

Es kommen zahlreiche Berufssparten vor, die mit ihren Wagen kommen und zeigen, was sie machen. Hexen und alte, schrullige Weiber sind auch zahlreich vertreten. Die Altweibermühle ist übrigens geeignet für alle, die gerne wieder jung sein wollen. Hier rieselt es viel Mehl. Und die Altweiber mit ihren schwarzen Gesichtern hinterlassen gerne auf sauberen ‚dreckige‘ Spuren: man kommt kaum umhin, schwarze Farbe im Gesicht zu haben.

Damit wären wir übrigens bei einem interessanten Rat: alte Sachen anziehen. Außerdem wird einem auf deren eigener Egetmann-Seite geraten, doch körperlich fit zu sein. Nichts für gebrechliche oder behinderte Zuschauer also, Hunde und Kinderwagen sind nicht einmal erlaubt. Verständlicherweise, wenn man es einmal mitgemacht hat.

Es handelt sich wirklich um ein ganz besonderes Erlebnis und wenn ich nicht durch Zufall vor 2 Jahren hierher gekommen wäre, dann hätte ich definitiv was verpasst. Dieses Jahr gehe ich mit Freunden hin. Und wir werden unheimlichen Spaß haben!

Rodeln an der Rodelstation Raschötz arrow-right
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