Südtirol Blog

Weil es hier so schön ist

450px-Neuhaus_bei_Terlan_4Da ich mich gerade sehr viel mit Schlössern und Burgen befasse – ein Freund von mir ist zu Besuch, der sich auf eben diese beide historischen Bauarten spezialisiert hat – habe ich eine Wanderung zur Burg Neuhaus über den Margarethenweg bzw. die Margarethenpromenade bei Terlan vorgeschlagen.

Die Sonne scheint herrlich, es ist noch etwas frisch, aber schon so, dass man zumindest bei einer Wanderung warm wird und schnell auch schon die Jacke ausziehen muss. Jedenfalls war es dann bei uns so.
Eigentlich ist es nicht wirklich eine Wanderung, sondern eher ein Spaziergang. Los geht es oberhalb von Terlan. Hier gehen wir die Möltner Straße entlang zum Schloss Maultasch bzw. Burg Neuhaus.
Die Margarethenpromenade wurde in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts vom Verschönerungsverein Terlan angelegt. Der Name kommt von der Landesfürstin Margarethe Gräfin von Tirol-Görz, die einst auf Schloss Neuhaus wohnte.
Heute ist die Burg eine Ruine und nicht mehr bewohnt. Schade, denn die Aussicht von hier oben ist einfach atemberaubend. Die ausgedehnte Burganlage hat Vorburgen und Ringmauern. Zinnen kann man nirgends erkennen, aber die einstige Größe ist sehr wohl ersichtlich. Teils sind die Mauern in voller Höhe (bis zu vier Stockwerke hoch) erhalten. Die Burgkapelle an der Ringmauer hat eine gewölbte Empore und ist aus dem 15./16. Jahrhundert.
Geschichtlich ist besonders mein Bekannter an diesen alten Gemäuern interessiert, während ich mich auf die himmlische Aussicht konzentriere und meiner Fantasie freien Lauf lasse, als ich an Burgfräulein und mutige Ritter denke.
1228 wird die Burg erstmals erwähnt und war einst eine Grenzfestung seit dem 13. Jahrhundert der Grafen von Tirol. Später kam eine Zollstation dazu. Nicht wirklich ein militärischer Stützpunkt, wurde die Burg als Gericht genutzt. Und hier sollte Margarethe Maultasch ihren Lieblingsort gefunden haben – sie lebte im 14. Jahrhundert.
Die Burg kam in mehrere Besitze, unter anderem die Herren von Niedertor und die Wolkensteiner. Ende des 19. Jahrhundert war es Hugo Graf Enzenberg, der den Bergfried vor dem endgültigen Zerfall rettete und sein Nachfahre Georg Graf Enzenberg restaurierte die Burganlage größtenteils in den 90er Jahren.

Wir haben uns hier etwas länger aufgehalten, uns hingesetzt und etwas mitgebrachten Proviant gegessen und dabei philosophiert, was hier einst für Abenteuer und Schicksale statt gefunden haben. Und wie schade es ist, dass so wunderbare Bauwerke verfallen und gar nicht mehr genutzt werde.
Als wir zurück gehen zum Auto, steht die Sonne schon tief und gibt dem Schloss Neuhaus ein wunderbares Licht – fast aus einer anderen Zeit.

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