Südtirol Blog

Weil es hier so schön ist

Wieder einmal hat mich eine Freundin angerufen und gefragt, ob sie mit mir etwas besprechen könnte. Klar doch, sie könne gern zum Kaffee kommen. Nein, sie wolle lieber spazieren gehen, die Luft sei so schön. Also sind wir los zum Kastelruther Friedensweg auf der Seiser Alm.

Der Friedensweg geht zum Kofel, einem bewaldeten Hügel in Kastelruth. Er besteht aus 14 Stationen, die alle ein Friedenssymbol tragen.
Der Weg ist nurmehr einen Kilometer lang, also in weniger als 20 Minuten gehbar. Es gibt kaum Höhenunterschied und er ist natürlich für Jedermann geeignet. Der Weg beginnt beim Dorfplatz des Ortes.
Also sind wir an einem sonnigen Nachmittag auf die Seiser Alm gefahren und haben in Kastelruth unser Auto geparkt.
Vom Dorfplatz gehen wir durch das rechte Tor des Rathauses. Es war einst der Ansitz der Herren von Kraus. Wir ‚erklimmen‘ die Treppen, passieren ein paar Kapellen und kommen so zum Kegelplatz. Ab hier beginnen die Friedenstafeln. Sie sind alle mit Symbolen und Themen rund um den Frieden bemalt. Es geht entlang des Schattensteiges.
Der Weg soll zum Besinnen und Nachdenken anregen. In unserem Falle eher zu intensiven, tiefgreifenden Gesprächen. Auch um den Frieden. Weniger den Weltfrieden als unseren eigenen, inneren Frieden.
Die Tafeln sind schön gemacht. Groß und bedeutungsvoll. Zum Gefühl der Besinnung und des Friedens trägt natürlich auch sehr der Waldweg bei.
Es gibt eine schöne Geschichte zu der Entstehung des Weges: Lehrer und Lehrerinnen eine Mittelschule wurden 2001 um Gestaltung des Weges gebeten. Letztendlich war die gesamte Schule samt Schülern beteiligt, hat Gedichte und Geschichten und Bilder und Symbole auf die Schautafeln erarbeitet. Dazu kommen einige Bänke, die zum Verweilen einladen, wobei man gleichzeitig oftmals ein schönes Panorama hat.
Die Stationen haben so tragende Bilder wie ein zerbrochenes Gewehr, aber auch die bekannten Zeichen wie das Yin und Yang.

Die Idee des Friedensweges kam mir, weil meine Freundin sehr unruhig ist und sie ein wenig mehr für inneren Ausgleich tun muss. Es hat ihr viel gebracht, über Friedensthemen zu reden und den Weg bewusst zu gehen. Der Weg ist zwar für Jedermann geeignet, doch Kinder langweilen sich wahrscheinlich eher etwas, wenn die Eltern zu lange an den Schautafeln stehen bleiben und diskutieren, und Behinderte könnten ev. auf dem Waldweg ein wenig Schwierigkeiten haben. Aber ansonsten ist der Weg ganzjährig zu empfehlen.

arrow-left St. Jakob und der Kastelazweg
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